Sorranto

Stadtmauer

Das Stadttor aus griechischer Zeit

Das römische Stadttor und die Mauern

Das römische Stadttor (Arco Romano) stammt tatsächlich aus römischer Zeit. Der Bogen erreichte damals eine Höhe von 3,60 m. Durch Erdanschwemmung ist das Niveau inzwischen um 1,60 m gestiegen. Links und rechts vom Stadttor ist die Stadtmauer in einer Länge von fast einem Kilometer erhalten geblieben. Allerdings erfuhr sie in der Zeit der Einfälle der Sarazenen gewisse Veränderungen. Im ganzen gab es fünf Stadttore wie dieses, wobei zwei zum Meer gingen und die anderen an den drei übrigen Seiten den Zugang ermöglichten.

Die Römer hatten Türme im Abstand eines Lanzenwurfes gebaut. Wir kennen die Vorschrift von dem römischen Architekten Vitruv: Intervalla autem turrium ita sunt facienda, ut ne longius sit alia, ab alia sagittae emissione. (Die Zwischenräume zwischen den Türmen sollten nicht mehr als einen Lanzenwurf entfernt sein).

Das verschwundene Stadttor

Im 16. Jahrhundert musste die Stadtmauer erneuert werden, da die Türken die am Meer gelegenen Städte Italiens überfielen. Der Neubau der Stadtmauer hatte auch mit den Fortschritten in der Waffentechnik zu tun. Bereits im 13. Jh. wurden Feuerwaffen eingesetzt. Dies bedeutete, dass die Mauern mit einem Wall verstärkt werden mussten und dass auf den Mauern selbst mehr Platz für Kanonen geschaffen werden mussten. Dafür wurden Mauern niedriger, um die Kanonen besser einsetzen zu können und an die Stelle der Türme traten Bastionen. Im Kapitel Geschichte werden die Überfälle der Türken ausführlich behandelt. Um sie abzuwehren verstärkte man in dem Jahrzehnt nach 1560 die Mauern. Gleichzeitig baute man die Sarazenentürme, die heute meist noch stehen. In der Umgebung von Sorrent baute man 1558 den ersten an der Punta della Campanella, den zweiten an der Punta di Villazzano, den dritten am Capo di Sorrento, den vierten beim Capo di Scutolo, den fünften vor Castellamare und den sechsten an der Scoglio di Castellamare. Wir kennen auch den Namen des Baumeisters: Pietro de Trvigno. Dieser sicherte auch die Insel Lipari. Diese Kraftanstrengung war notwendig geworden, da eben im Jahr 1558 Sorrent von den Türken geplündert worden war. (Geschichte) Bis ins 18. Jahrhundert stand noch fast der gesamte Mauerring. Es waren jedoch die Franzosen, die nach 1799 mit dem Abriss eines Teils der Mauer begann, nachdem sich einige königstreue Bürger der Stadt gegen sie erhoben hatten. Nachdem das Castello a Porta (einst das römische castrum) in der Nähe des heutigen Krankenhauses bei der Kirche San Valerio zerfallen war, entschied die Gemeinde 1843, das Dach nicht reparieren zu lassen, sondern das Ganze einzureißen. Nur ein einziger Stadtrat schlug vor, das Castello zu instand setzten und es Fischhändlern als Verkaufslokal zu überlassen. Vor dem Abriss brachte man zum Glück die antiken Statuen weg, die hier aufgestellt waren. Man vergaß aber die große Uhr am Castello zu retten, was dazu führte, dass Fischer und Händler Sorents verschliefen. Nach starken Protesten brachte man daher eine neue Uhr am Kirchturm des Domes an. 1944 wurde ein großes Stück der Mauer eingerissen.

Dort, wo heute die Piazza Tasso liegt, stand aber weiterhin ein großes Stadttor, das von der Statue des Schutzpatrones, des hl. Antoninus gekrönt wurde. Das Bauewerk hatte all seinen Putz verloren und bot einen kläglichen Anblick für Leute, die die Stadt betraten. Deshalb musste das Tor 1866 auch weichen, wobei der Heilige an derselben Stelle auf einem Sockel auf den Platz gestellt wurde. Ein Brunnen, der am Rand der Schlucht stand, wurde an anderer Stelle wieder aufgebaut, und zwar in der Nähe der Kirche S.Antonino. Eine lateinische Inschrift besingt diese „ruhmvolle“ Tat. Nach und nach wurden alle Teile der Mauer abgerissen bis auf dieses Stück, das heute noch steht. Das letzte Stück fiel erst 1959, als das Krankenhaus erbaut wurde.

La Porta della Marina Grande

Glücklicherweise steht aber noch das Tor, das den Weg vom Fischerhafen in die Stadt (Via Marina Grande) überspannt. Man riss es nicht ab, da man darüber bequem ein Haus errichten konnte und da ,am andererseits den Weg zum Hafen brauchte. Auf mittelalterlichen Karten ist dieses Tor Teil eines großen Turmes. Dass das Tor antik ist, steht fest, denn die Steine sind so gesetzt, wie man es bei anderen griechischen Städten findet.