Sorranto

S.Francesco

Il Chiostro di San Francesco

Der Platz

An dieser Stelle stand einst das Kloster des hl, Franziskus von Assisi, von dem noch die Kirche und der Kreuzgang erhalten sind. Franziskus gründete seinen Orden im 13. Jahrhundert. Doch im Gegensatz zu den Benediktinern suchten seine Mönche nicht die Beschaulichkeit; ihre Klöster wurden daher nie auf einsamen Bergen gebaut wie die der Benediktiner und nicht in unzugänglichen Flusstälern wie die der Zisterzienser. Die Franziskaner widmeten ihre Tätigkeit den Armen in den Städten. Es war die Zeit, als sich in den Städten Italiens die neuen Stände der Kaufleute, der Handwerker, aber auch der mittellosen Proletarier bildeten. Das Ziel der Gefolgsmänner des Franziskus war es, dass diese Bevölkerungsgruppe nicht in die Armut und Aussichtslosigkeit abrutschte. Die moderne Statue des “Armen aus Assisi” steht heute gegenüber dem Eingang zur Kirche. Sie wurde 1992 von dem Künstler Alfiero Nena geschaffen. Die Vögel erinnern an die Predigten, die er den Geschöpfen des Waldes hielt. Den Anfang des Sonnengesangs sehen wir zu seinen Füßen (Cantico di Frate Sole). Seine Sprache stellt eine wichtige Etappe der italienischen Sprache dar. Es ist nicht mehr Latein, aber auch noch nicht die Sprache Dantes. Er ruft darin den Menschen zum Lobpreis Gottes in all seinen Geschöpfen auf:

Altissimu onnipotente bon signore. tue so le laude la gloria e l onore et onne benedictione. Ad te solo altissimo se konfano. et nullu homo ene dignu te mentouare.

Laudato sie mi signore cum tucte le tue creature spetialmente messor lo frate sole. lo quale iorno et allumini per loi. Et ellu e bellu e radiante cum grande splendore. de te altissimo porta significatione.

Die Kirche San Francesco

Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Die innere Ausgestaltung zeigt jedoch reinen Barock mit vielen Stuckarbeiten. Man betritt sie durch ein mächtiges Holzportal aus dem 16. Jahrhundert. Zwei Fresken aus dem 18. Jahrhundert zeigen Antonius von Padua, den nebst Franziskus wichtigsten Heiligen des Ordens und den hl. Jakobus. Diese Fresken wurden erst 1926 unter dem Putz entdeckt.

Der schönste Teil der Klosteranlage ist jedoch der Kreuzgang (chiostro) aus dem 14. Jahrhundert. Sie zeigen zwei verschiedene Muster: zum einen die typischen romanischen Rundbogen, auf den beiden anderen Seiten die sich überkreuzenden Arkaden. An ihnen zeigt sich der orientalische Einfluss, der auch in Italien mehrere andere Beispiele kennt (Kreuzgang in Amalfi und Monreale). Dies soll daran erinnern, dass sich im Gefolge der Kreuzzüge ein reger Handelsverkehr mit dem Orient entwickelte, denn die Länder des Vorderen Orients hatten Luxusgüter, von denen man im Westen nur träumen konnte: vor allem Stoffe (Damast) und Waffen (Damaszenerklingen). Mit den Handelsströmen kamen aber auch architektonische Muster. Auch hier im Kreuzgang wurden viele Spolien von römischen Villen und heidnischen Tempeln verbaut; genauso wie in der Kirche, doch können wir sie dort wegen der barocken Verkleidung nicht mehr sehen. In den Sommermonaten finden hier im Rahmen des Estate Sorrentina Musicale Konzerte mit Künstlern aus der ganzen Welt statt.