Sorranto

 

August Kopisch (1799 - 1853)

Kopisch ist gebürtig aus Breslau; dort besuchte er Gymnasium Prima. Sein Traum war immer Maler zu werden; deshalb ging er nach dem Abitur die Kunstakademien von Dresden, Prag und Wien. Hier entstand auch seine Begeisterung für die Nazarener. Die Als Nazarener, die besonders in Wien und Rom wirkten, wollten die Kunst im Geist des Christentums erneuern. Ihre Vorbilder waren italienische und deutsche Meister wie Raffael und Dürer. Um die Affinität deutlich zu machen, trugen sie dieselbe Frisur wie die beiden Vorbilder. Leider war es mit der Malerei bald zu Ende, denn Kopisch brach 1820 beim Schlittschuhlaufen die rechte Hand, die fortan steif blieb. Schweren Herzens gab er die Malerei auf und widmete sich fortan nur noch der Literatur. Im Frühjahr 1824 brach Kopisch zu einer längeren Reise nach Italien auf. Nach zweijährigem Aufenthalt in Rom fuhr er 1826 nach Neapel weiter. Dort machte er die Bekanntschaft von August Graf von Platen. August von Platen schätzte den Künstler sehr und widmete ihm einige Sonette. Bei einem Ausflug nach Capri entdeckte er zusammen mit dem Heidelberger Maler Ernst Fries und dem einheimischen Fischer Giovanni die Blaue Grotte.

Hier sein Bericht: http://gutenberg.spiegel.de/kopisch/grotte/grotte.htm

In Neapel begann Kopisch erneut zu malen und wurde bald zu einem stadtbekannten Original, den die Einwohner nur Don Augusto Prussiano (August den Preußen) nannten. Lorenzo Camerano machte ihn sogar zu einer Figur in einer seiner Volkskomödien. Hier übersetzte der die Göttliche Komödie“ Dantes ins Deutsche. Über Ischia schrieb er das Drama: Ein Karnevalsfest auf Ischia.

Selbst in Deutschland wurde man auf ihn aufmerksam. Als 1829 /30 Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. einen Auftrag gab, die Geschichte der königlichen Schlösser in Potsdam zu schreiben, kehrte er zurück und ließ sich in Potsdam nieder. Daneben beriet er den König als Mitglied des Königlichen Kunstbeirat in allen Fragen der Kunst. Als während des Revolutionsjahren 1848/49 in Berlin die Barrikaden errichtet wurden, verhielt Kopisch sich äußerst loyal zum Königshaus. Beigesetzt ist Kopisch auf dem Dreifaltigkeitskirchhof in Berlin-Kreuzberg.

Sein bekanntestes Gedicht sind Die Heinzelmännchen von Köln.

Wie war zu Köln es doch vordem
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul, ... man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich 5
Da kamen bei Nacht,
Ehe man's gedacht,
Die Männlein und schwärmten
Und klappten und lärmten.
Und rupften
Und zupften
Und hüpften und trabten
Und putzten und schabten ...
Und eh ein Faulpelz noch erwacht ...
War all sein Tagwerk ... bereits gemacht!

Hier der gesamte Text:
http://gutenberg.spiegel.de/kopisch/gedichte/heinzel.htm