Sorranto

Torquato Tasso

Kindheit in Sorrent

Torquato Tasso wurde 1544 in Sorrent geboren und war der Sohn von Bernardo Tasso, eines Adligen aus Bergamo. Auch seine Mutter Porzia dei Rossi, war nicht aus Kampanien. Vielleicht erklärt sich so das Gefühl des Entwurzeltseins, das sich durch das gesamte Werk des Dichters zog. Sein Vater war lange Jahre Sekretär im Dienste Ferrante Sanseverinos, des Prinzen von Salerno. Als Tasso geboren wurde, war sein Vater mit dessen Auftraggeber in Norditalien. Schon im folgenden Jahr zog die Familie von Sorrent nach Salerno, wo Tasso seine ersten Jahre verbrachte.

Torquatos Vater Bernardo

Torquatos Vater Bernardo ging als Sekretär mit seinem Auftraggeber Ferrante Sanseverino, Prinz von Salerno nach Rom, während die Familie in Neapel blieb. Der Adelige musste seine Heimat verlassen, da er sich mit der spanischen Regierung Neapels überworfen hatte. Diese nahm ihm alle bürgerlichen Rechte und all seine ererbten Güter. Er galt fortan als Rebell und da sein Sekretär loyal zu ihm stand, traf ihn dasselbe Schicksal. Auch das Vermögen des Bernardo Tasso wurde beschlagnahmt. Nur die Mutter mit der Tochter Cornelia und dem Sohn Torquato blieben in Neapel zurück. Die Kinder besuchten dort eine Schule der Jesuiten, die diese vor kurzem eröffnet hatten. Torquatos wacher Intellekt und seine religiösen Überlegungen erregten das Staunen der Lehrer des Achtjährigen. Als Torquato 10 Jahre alt war, ging er zum Vater nach Rom, der dort in großer Armut lebte. 1556 erreichte Vater und Sohn die Nachricht, dass die Mutter Porzia gestorben war. Bernardo war fest überzeugt, dass seine Frau von ihren die Brüdern vergiftet worden war, um an ihr Erbe zu kommen. Tatsächlich erbte Torquato nie etwas von dem Besitz der Familie und seine Schwester Cornelia heiratete weit unter ihrem Stand.

Urbino

Tassos Vater fühlte sich schon immer zum Dichter berufen und als 1557 am Hof von Urbino von Francesco Maria della Rovere die Stelle eines Schreibers ausgeschrieben wurde, bewarb sich Bernardo und ging mit seinem Sohn dorthin. Torquato schloss enge Freundschaft mit dem zukünftigen Herzog und schrieb seine ersten Gedichte (Amadigi). Die gebildeten Frauen des Renaissancehofes fanden Gefallen an Torquatos Dichtung und es bildete sich ein literarischer Kreis, in dem die Werke von Homer und Virgil, Trissino und Ariosto besprochen wurden. Es war ein Glücksfall für den jungen Literaten, dass ihm die riesige Bibliothek des Fürsten zur Verfügung stand und dass er in einen Kreis gebildeter und interessierter Leute kam. Torquatos Vater schätzte die Verse seines Sohnes so sehr, dass er ihn 1560 mit nach Venedig nahm, um sie drucken zu lassen. Zum anderen sah der lebenserfahrene Vater aber auch, dass die Dichtung keinen Menschen ernähren konnte. Deshalb drängte er ihn in Padua Jura zu studieren. Torquato schrieb sich in der Fakultät der Rechte zwar ein, sein ganzes Interesse galt dort aber der Philosophie und Dichtung.

Den kompletten Artikel können Sie hier als PDF downloaden