Sorranto

Der hl. Antoninus

Der Stadtpatron hat für eine Stadt in Süditalien mindestens dieselbe Bedeutung wie die Schutzgottheit in der Antike (Venus für Pompeii, Minerva für Sorrent). Antoninus - nicht Antonius - 589-625 n.Chr. lebte als Mönch auf dem Monte Cassino. Dort soll er häufig von Dämonen und Teufeln heimgesucht worden sein, doch er widerstand ihnen tapfer. Einmal soll er eines der Ungeheuer sogar gepackt, angebunden und verdroschen haben. Daher wird er meist mit irgendeinem Ungeheuer dargestellt, das er gerade besiegt.. Als die Langobarden das Kloster von Monte Cassino plünderten, flüchtete er in die Gegend von Sorrent. Nachdem er lange als Einsiedler gelebt hatte, machte man ihn zum Bischof von Sorrent. Hier hat eine der vielen Legenden, die sich um sein Leben ranken, seinen Ursprung. Sichard, Langobarden – Fürst von Benevent, belagerte einst die Stadt Sorrent. Da erschien ihm eines Nachts Antoninus und drohte ihm, dass seine Tochter von einem Dämonen befallen würde. Der Barbar glaubte das zunächst, aber die Tochter wurde tatsächlich verrückt. Da lies er schnell von der Belagerung ab, worauf das Kind wieder gesund wurde. Während dieser Zeit und besonders nach seinem Tode soll er viele Wunder gewirkt haben. So soll er die Stadt vor den Saraszenen, Türken (1558), der Pest (1656) und Cholera (1848) errettet haben.
Doch Sant´Antonino leistet auch den Nachbarn Hilfe. Als die Sarazenen einmal Ischia angriffen, erschien er ihnen zusammen mit drei weiteren Bischöfen. Dies waren die ersten Bischöfe der Stadt Sorrent. Die Muselmanen erschraken so, dass sie vor Angst ins Meer sprangen und anschließend abfuhren. Seiner Hilfe schreiben es die Sorrentiner zu, dass beim schlimmen Erdbeben 1980, das über 3000 Tote in der Region forderte, kein Bewohner der Stadt zu körperlichem Schaden kam. Geologen erklären letzteres damit, dass die Sorrentinische Halbinsel auf einem Kalksteinkeil ruht.

Der Festtag des Heiligen ist der 14. Februar.