Sorranto

Die Commedia dell'Arte

Etymologie

Die Commedia dell'arte ist eine Stegreifkomödie, die im sechzehnten Jahrhundert einsetzte und nach Goldoni, zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, ihr Ende erreichte. Der Erfolg der Commedia dell'arte erklärt sich aus den gleichen Ursachen, aus denen das Publikum den Film heute dem Theater vorzieht. Die Commedia dell'arte war mehr Darbietung als Kunst, mehr Schaustellung als Drama; darum hatte sie zwei Jahrhunderte lang in Europa Erfolg.

Was ist die Commedia dell'arte ?

Was ist unter Commedia dell'arte zu verstehen? Sie ist eine italienische Erfindung des sechzehnten Jahrhunderts - ein auf Volkstümlichkeit eingestelltes Stegreifspiel mit Hilfe von Maskentypen und Berufsschauspielern. Diese traten an die Stelle von Laiendarstellern, und ein Publikum, das Eintritt zahlte, ersetzte ein Publikum von Gläubigen. Die neue Gattung wurde von geschulten Schauspielern gespielt. Man spielte klassische oder aus dem Spanischen übersetzte Komödien, Stegreifstücke, in denen feststehende Typen auftraten, deren Charakter durch ihre Maske gekennzeichnet war.

Ursprung

Der Kameval und andere Volksbelustigungen, die mit den religiösen Festen in Verbindung standen, könnten der Ursprung der Commedia dell'arte gewesen sein. Die Commedia dell'arte wurde nach einer inhaltlichien Zusammenfassung aufgeführt, die Szenarium hieß. Verschiedene Sammlungen solcher Spielbücher sind heute veröffentlicht; zahlreiche andere sind als Handschriften bekannt. Sie enthalten etwa tausend Komödienstoffe. Außerdem sind Ensembleszenen und Reden, die von Schauspielern oder ihnen befreundeten Schriftstellern geschrieben wurden, in zahlreichen Werken veröffentlicht. Sie enthalten Prologe, Monologe, Dialoge, Tiraden, Lieder und Schwänke für den Hanswurst. Die Szenarien zeigen keine Originalität. Man könnte sie als abgesunkene Formen der klassischen Komödie bezeichnen.

Die Verfasser

Die Verfasser der Szenarien, sehr oft die Schauspieler selbst, erweisen sich als flüchtige Kompilatoren. Ihre einzige Sorge bestand darin, die Handlung zu beschleunigen, zu vereinfachen, zu übertreiben oder so zu komplizieren, dass sie die Aufmerksamkeit des Publikums wachhielt indem alte und neue Späße miteinander vermengt wurden. Volkstümliche Schwänke lieferten den Stoff, um die Handlung der ehrwürdigen klassischen Komödie aufzufüllen. Doch wiederholen sich die Begebenheiten in jedem Stück: Da Sind die Zwillinge, die einander nicht kennen, oder die Geschichte von dem Knaben, den die Türken geraubt oder die Eltern im Kriege verloren haben und am Ende wiederfinden. Und wie die klassische Komödie unmoralisch und obszön war, so sind auch die Szenarien voll von derben erotischen Begebenheiten, und wie sich die klassische Komödie auf recht unglaubwürdigen Abenteuern aufbaute, so sind die Stegreifstücke voll von Absurditäten, Wunderlichkeiten oder Torheiten.

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